Die Buchten im Süden Menorcas — weißer Sand, Pinien bis ans Wasser, dieses unmögliche Türkis — sind das Bild, das wir alle im Kopf tragen. Was auf der Postkarte fehlt, ist der Stau um neun Uhr morgens, der bis auf den letzten Platz gefüllte Parkplatz und das Schild an der geschlossenen Schranke. Im Hochsommer kann die Anfahrt zu den berühmtesten Buchten mit dem Auto einen Paradiestag in einen Frusttag verwandeln. Es geht besser.
Dieser Leitfaden erklärt, warum die Zufahrt so schwierig ist, welche Alternativen Sie haben und wie Ihnen ein privater Minibus den unangenehmsten Teil des Tages abnimmt: das Parken.
Das Wesentliche
- Das Problem: Zwischen Juni und September wird die Zufahrt mit dem Auto zu mehreren Buchten im Süden (Bereich Macarella, Turqueta, Cala Mitjana …) eingeschränkt, und die Parkplätze füllen sich in den ersten Morgenstunden.
- Alternativen: sehr früh kommen, den Saisonbus nehmen, zu Fuß über den Camí de Cavalls gehen, über das Meer anreisen oder einen privaten Transfer buchen.
- Was der Minibus leistet: Er setzt Sie am Zugangspunkt ab, ohne dass Sie fahren oder einen Platz suchen müssen; an manchen Buchten führt das letzte Stück zu Fuß über einen Pfad (das nimmt Ihnen niemand ab, und es gehört zum Reiz).
- Ideal für: Familien mit Kindern und Kühltaschen, Gruppen und alle, die nicht früh aufstehen wollen, um einen Parkplatz zu erkämpfen.
Warum die Anfahrt mit dem Auto so mühsam ist
Viele der schönsten Buchten Menorcas stehen unter Schutz und liegen am Ende schmaler Wege mit kleinen Parkplätzen. Um den Kollaps zu vermeiden und die Umgebung zu schützen, wird der Verkehr in der Hochsaison reguliert: Zufahrten werden gesperrt, Parkraum begrenzt und Shuttlebusse eingesetzt. Für die Bewahrung der Insel ist das eine gute Nachricht, es verlangt aber Planung. Im August mittags anzukommen und einen Platz direkt am Sand zu erwarten, ist schlicht unrealistisch.
Ihre Möglichkeiten
- Früh aufstehen. Vor 9 bis 10 Uhr haben Sie bessere Chancen auf einen Parkplatz — und obendrein die Bucht fast für sich sowie das schönste Licht des Tages.
- Saisonbus. Im Sommer verkehren Shuttlelinien zu einigen Buchten; günstig, aber an Fahrpläne und Umstiege gebunden.
- Zu Fuß über den Camí de Cavalls. Der Küstenpfad verbindet viele Buchten; sich eine Bucht zu erwandern gehört zu den großen Freuden der Insel.
- Über das Meer. Mit dem Boot oder dem Kajak sehen Sie die Buchten wie kaum jemand sonst; schonen Sie dabei stets die Posidonia.
- Privater Transfer im Minibus. Man bringt Sie zur gewünschten Zeit an den Zugangspunkt, ohne Fahren und ohne Parken, und holt Sie wieder ab. Die bequemste Lösung mit Strandausrüstung, Kindern oder in der Gruppe.
Buchten, für die sich die Fahrt lohnt
- Macarella und Macarelleta. Die beiden meistfotografierten Schwestern; im Sommer stark reglementierte Zufahrt. Nach Macarelleta gelangt man zu Fuß von Macarella aus.
- Cala en Turqueta. Lehrbuchtürkis, geschützt von Pinien. Begrenzter Parkraum.
- Cala Mitjana. Weit und klar, nahe Cala Galdana; ein kurzer Spaziergang vom Parkplatz.
- Cala Galdana. Der große Strand des Südens mit Infrastruktur, ideale Basis für Abstecher zu den unberührten Nachbarbuchten.
- Son Bou. Der längste Strand Menorcas, perfekt für Familien.
- Cala Pregonda (Norden). Rötlicher Sand und eine fast marsianische Landschaft; erreichbar nach einem Fußmarsch, der jeden Schritt wert ist.
Um jede einzelne mit Urteilsvermögen einzuordnen, lesen Sie auch unsere Auswahl der schönsten Buchten Menorcas.
Unser Urteil
An Menorcas Buchten fährt man, um abzuschalten, nicht um den Tag gestresst auf Parkplatzsuche zu beginnen. Unser Rat: Wählen Sie eine oder zwei Buchten pro Tag, kommen Sie früh und klären Sie den Transport im Voraus. Wenn Sie mit der Familie oder in der Gruppe reisen, ist ein privater Minibus, der Sie am Zugang absetzt und zur vereinbarten Zeit wieder abholt, die entspannteste Art, sie zu erleben. Und denken Sie an die goldene Regel der Insel: Hinterlassen Sie keine Spuren. Die Bucht, die Sie sauber vorfinden, ist die Bucht, die Sie sauber zurücklassen.