Manche Strände besucht man, für andere entscheidet man sich. Cofete gehört zur zweiten Sorte. Er liegt auf der anderen Seite der Halbinsel Jandía, an der Luvküste: rund zwölf Kilometer Sand unter einer Bergwand, die bis zum Pico de la Zarza ansteigt, mit 807 Metern der höchste Punkt Fuerteventuras. Keine Promenade, keine Strandbar, keine Liegen. Dafür Wind, Weite und Zeit – genau das, weswegen man herkommt.

Dieser Beitrag zeigt, wie der Tag gelingt: wie Sie hinkommen, was im Park erlaubt ist und was nicht, warum das Meer Respekt verlangt und was über das meistdiskutierte Haus der Insel tatsächlich bekannt ist.

Das Wichtigste

  • Wo: Luvküste der Halbinsel Jandía, Gemeinde Pájara, im Naturpark Jandía (14.318 Hektar, 1987 ausgewiesen).
  • Anfahrt: eine knapp zwanzig Kilometer lange Schotterpiste ab Morro Jable oder die Buslinie 111 von Tiadhe, die nur sehr selten fährt.
  • Kein Service: Nehmen Sie Wasser, Proviant, Schatten und eine warme Schicht mit. Was hineinkommt, geht mit Ihnen wieder hinaus.
  • Das Meer: starke Brandung und kräftige Strömungen. Kein Strand zum Schwimmen.
  • Die Regel des Parks: die Piste nie verlassen, nicht zelten, keine Drohnen, weder Sand noch Steine mitnehmen.

Die Piste: langsam und ohne sie zu verlassen

Die Piste beginnt in Morro Jable und steigt zum Pass Agua Oveja hinauf, wo der ganze Strand zum ersten Mal unter Ihnen liegt, gesäumt von einer weißen Gischtlinie. Danach führt sie hinunter zum Weiler Cofete. Es ist eine unbefestigte Piste: langsam fahren, in Kurven nicht überholen und Platz machen, wo es nötig ist.

Zwei praktische Hinweise. Erstens: Prüfen Sie Ihren Mietwagenvertrag – viele Vermieter decken Schäden auf Schotterpisten nicht ab. Zweitens: keinen Meter abseits der Piste. Sie befinden sich in einem Schutzgebiet; querfeldein fahren, auf der Vegetation parken oder neue Fahrspuren ziehen ist verboten und hinterlässt Spuren, die Jahre brauchen, um zu verschwinden.

Wer nicht selbst fahren möchte, nimmt die Linie 111 von Tiadhe von Morro Jable nach Cofete und weiter zum Puertito de la Cruz an der Spitze der Halbinsel. Sie fährt nur sehr selten und kann voll sein: Prüfen Sie den Fahrplan auf der Website von Tiadhe vorab und verlassen Sie sich bei der Rückfahrt nicht aufs Improvisieren.

Das Meer der Luvküste

Cofete liegt an der exponierten Seite der Halbinsel und bekommt den Atlantik frontal ab. Am Ufer gibt es starke Brandung und kräftige Strömungen, auch an Tagen, die von oben ruhig wirken, und an diesem Strand sind Menschen ertrunken. Rechnen Sie weder mit Service noch mit Badeaufsicht. Vernünftig ist es, zu spazieren, die Füße ins Wasser zu halten und das Baden der Leeküste auf der anderen Seite des Berges zu überlassen – dort liegt die Lagune von Sotavento.

Dieser Strand will erwandert werden, mit dem Berg auf der einen und dem Ozean auf der anderen Seite. Am späteren Vormittag hat der Wind den Sand schon aufgewirbelt; früh am Morgen fällt das Licht flach ein und der Berg tritt plastisch hervor.

Die Villa Winter, sachlich erzählt

Am Hang oberhalb des Weilers steht ein großes, einsames Haus: die Villa Winter, verbunden mit dem deutschen Ingenieur Gustav Winter. Um kaum ein Gebäude auf Fuerteventura ranken sich so viele Legenden, und es lohnt sich, Bekanntes von Erzähltem zu trennen. Selbst das Baujahr ist unklar: Offizielle Quellen nennen 1946, Winter selbst gab 1958 an. Die Geschichten über ihren Zweck sind nicht durch Dokumente belegt, und wir geben sie hier nicht so wieder, als wären sie es. Wenn Sie näher herangehen, respektieren Sie Privateigentum und die Hinweise vor Ort.

In Strandnähe liegt außerdem der kleine Friedhof von Cofete, zwischen Sand und Wind. Man betrachtet ihn still, von außen.

Ein Park, der geschützt wird

Cofete gehört zu einer geschützten Halbinsel. Seit 2006 läuft hier ein Projekt zur Wiederansiedlung der Unechten Karettschildkröte; wenn Sie im Sand markierte oder eingezäunte Bereiche sehen, betreten Sie sie nicht. Und wie überall auf der Insel: Nehmen Sie weder Sand noch Steine oder Muscheln mit, bauen Sie keine Steinmännchen oder Steinwälle, fliegen Sie keine Drohnen und zelten Sie nicht. Die Schönheit von Cofete liegt darin, dass es hier immer noch nichts gibt; dass es so bleibt, hängt von jedem Besuch ab.

Was zu Ihnen passt

Unser Urteil

Cofete ist kein Nachmittagsausflug. Man bricht früh auf, fährt die Piste langsam hinunter, geht am Ufer entlang, ohne ins Wasser zu gehen, und kehrt zurück, bevor das Licht schwindet. Der Luxus hier ist die Abwesenheit: von Service, von Lärm, von Menschen. Das funktioniert nur, wenn man vorbereitet ankommt und alles so zurücklässt, wie man es vorgefunden hat.

Angaben zu Anfahrt, Verkehr und Schutzgebiet: Stand Oktober 2026, geprüft anhand offizieller Quellen und regionaler Presse. Pisten, Busfahrpläne und Meeresbedingungen ändern sich: Prüfen Sie alles vor der Fahrt.