Es gibt Buchten, die man sich mit Anstrengung verdient, und andere, die man sich mit frühem Aufstehen verdient. Cala en Turqueta, im Süden von Ciutadella, gehört zu den zweiten. Sie ist das Bilderbuchmotiv Menorcas — feiner weißer Sand, Wasser in einem fast unwirklichen Türkis, ein Pinienwald, der den Strand umarmt und Schatten spendet — und genau deshalb eine der begehrtesten Buchten der Insel. Die gute Nachricht: Sie ist nach wie vor eine geschützte, ruhige Bucht von einer Schönheit, die den Ruf rechtfertigt. Die weniger gute: Der Platz für Ihr Auto ist schneller vergeben, als Sie denken.
Turqueta hat weder die wilde Dramatik des Nordens noch den beschwerlichen Zugang mancher unberührter Buchten. Ihre Stärke ist eine andere: die klassische Vollkommenheit des menorquinischen Südens, dieses Bild aus hellem Fels, Pinien und durchsichtigem Meer, das wie dafür gemacht scheint, dass man nicht mehr gehen will. Zwei kleine Strände, getrennt durch einen Felsvorsprung, Wasser, das lange flach bleibt, und eine Ruhe, die sie zu einer der fotogensten Buchten der Insel macht. Dies ist der Leitfaden, um sie richtig zu genießen — ohne Kampf um den Parkplatz und mit dem Wissen, was Sie erwartet.
Das Wesentliche
- Wo: Südküste, Gemeindegebiet von Ciutadella, zwischen Es Talaier und Son Saura. Die Zufahrt führt über einen unasphaltierten Feldweg.
- Anfahrt im Sommer: Das Auto ist nicht verboten, aber der Parkplatz ist begrenzt und schließt, sobald er voll ist — oft schon am Vormittag. Die bequeme Alternative ist der Bus (Linie 68 ab Ciutadella), der direkt am Parkplatz hält.
- Vom Parkplatz zum Strand: etwa 10 Minuten zu Fuß durch einen Steineichenwald.
- Einrichtungen: kaum welche. Keine Strandbar, keine Toiletten, aber in der Saison Badeaufsicht (ab dem 15. Mai). Es gibt Picknicktische unter den Pinien.
- Was mitnehmen: Wasser, Verpflegung, eigenen Schatten, festes Schuhwerk für den Weg und einen Beutel für Ihren Müll.
- Beste Zeit: die erste Morgenstunde, vor allem im Juli und August.
Die Anfahrt (und warum der Parkplatz alles entscheidet)
Das sollte man genau verstehen, denn es ist der Unterschied zwischen einem guten Tag und einem verlorenen Vormittag im Kreisverkehr. Nach Turqueta führt ein unasphaltierter Feldweg, der an einem Parkplatz endet. Dieser Parkplatz hat begrenzte Plätze und schließt, sobald er voll ist — in der Hochsaison häufig schon am Vormittag. Es ist nicht das Modell anderer Buchten der Umgebung wie Macarella, wo die Zufahrt mit dem Auto im Sommer schlicht verboten ist: Hier dürfen Sie bis zum Parkplatz fahren, aber wer spät kommt, steht vor verschlossener Schranke.
Daraus ergeben sich zwei vernünftige Strategien. Die erste: früh aufstehen. Wer zeitig kommt — je näher an der Öffnung, desto besser — hat den Platz sicher und bekommt die Bucht obendrein in ihrem schönsten Moment, mit stillem Wasser und klarem Licht. Die zweite: das Auto in Ciutadella lassen und den Bus nehmen. Im Sommer verkehrt die Linie 68, die direkt am Parkplatz hält und Ihnen die Platzsuche komplett abnimmt. So oder so: Vom Parkplatz sind es noch etwa 10 Minuten zu Fuß durch einen angenehmen Steineichenwald bis zum Sand.
Wann fahren
Von Mai bis Juni und im September ist Turqueta in Bestform: angenehmes Wasser, schönes Licht und ein deutlich erträglicherer Andrang. In diesen Monaten genießt man die Bucht ohne Gedränge, und die Parkplatzfrage verliert ihren Wettlaufcharakter.
Im Juli und August gilt nur eine Regel: früh oder gar nicht. Die ruhige Zeit ist die erste Morgenstunde, bevor der Parkplatz voll wird und sich der Sand füllt. Wer nicht gern früh aufsteht, für den ist der Bus der beste Verbündete, weil er die Platzsorge abnimmt. Und immer ein Rat, der für den ganzen Süden gilt: Prüfen Sie die Windvorhersage. Turqueta ist eine geschützte Bucht, was sie an vielen Tagen angenehm macht, aber der Süden dankt besonders die windstillen Tage, an denen das Wasser seine ganze Farbe zeigt.
Was Sie erwartet
Zuerst dieses Bild, das Sie tausendmal gesehen haben und das trotzdem beeindruckt: feiner weißer Sand, Wasser in durchsichtigem Türkis und ein Pinienwald, der fast bis ans Ufer reicht. Die Bucht teilt sich in zwei kleine Strände, getrennt durch einen Felsvorsprung — ein Detail, das sie besonders fotogen macht und dazu einlädt, von einem zum anderen zu wandern. Das Wasser bleibt lange flach und ruhig; es ist eine dieser Buchten, die sich für ein langes Bad ohne Überraschungen eignen.
Zweitens, und das sei wiederholt, wie wenig es hier gibt: keine Strandbar, keine Toiletten, aber in der Saison Badeaufsicht (ab dem 15. Mai). Turqueta ist nach wie vor eine natürliche Bucht mit kaum Einrichtungen, und genau darin liegt ein Teil ihres Reizes. Das Einzige, was sie sonst bietet, sind Picknicktische unter den Pinien — eine klare Einladung, mit Verpflegung herunterzukommen und das Mittagessen im Schatten zum Teil des Plans zu machen. Der Schatten des Pinienwalds ist übrigens ein Luxus, den viele Buchten des Südens nicht haben: Nutzen Sie ihn in den Mittagsstunden.
Über die Bucht hinaus: der Camí de Cavalls
Turqueta steht nicht allein. Sie ist Teil des Camí de Cavalls, des historischen Küstenwegs rund um die Insel, und das eröffnet die beste Art, die Gegend auszuschöpfen: zu Fuß. In die eine Richtung verbindet ein angenehmer Spaziergang sie mit der winzigen, bezaubernden Es Talaier; in die andere mit der weiten Son Saura. Ein runder Plan für alle, die drei Buchten an einem Vormittag sehen möchten, ohne wieder ins Auto zu steigen: parken (oder mit dem Bus kommen), nach Turqueta hinuntergehen und mit gutem Schuhwerk und Wasser die Nachbarbuchten über den Weg aneinanderreihen.
Bleibt Zeit, lohnt es sich, den Strand mit einem Besuch im nahen Ciutadella zu verbinden, einer der schönsten Städte des Mittelmeers. Und wer vergleichen und mit Bedacht wählen möchte, dem erspart unsere Auswahl der schönsten Buchten Menorcas Stunden des Zweifelns.
Wie man sie schützt
Eine so vollkommene Bucht erhält man, indem man sie mit Verstand behandelt. Da es weder Abfalleimer noch Reinigungsdienst gibt, gilt: Alles, was hereinkommt, geht mit Ihnen wieder hinaus. Nehmen Sie Ihren Müll im Beutel mit, ohne Ausnahme. Respektieren Sie Pinienwald und Dünen, nehmen Sie weder Sand noch Steine mit und behandeln Sie die Picknicktische so, wie Sie sie selbst vorfinden möchten.
Fahren Sie langsam auf dem Feldweg, parken Sie nur, wo es erlaubt ist, und wenn der Parkplatz wegen Überfüllung geschlossen ist, improvisieren Sie nicht: Das ist genau der Tag für den Bus oder für einen anderen Plan. Das Gleichgewicht von Turqueta ist zerbrechlich — 2025 schlug die Ortspolizei von Ciutadella sogar vor, auch hier die Zufahrt mit dem Auto zu beschränken, wie es in anderen Buchten der Umgebung bereits geschieht. Eine Maßnahme, die bislang nicht in Kraft ist, die aber zeigt, unter welchem Druck diese Orte im Sommer stehen. Je besser wir uns verhalten, desto länger bleibt eine solche Maßnahme unnötig.
Unser Urteil
Cala en Turqueta gehört zu den Buchten, die nicht enttäuschen: Das Postkartenbild ist echt, und das Bad — geschützt und ruhig — hält, was es verspricht. Aber ob Sie sie genießen, entscheidet sich fast vollständig mit einer Frage, die Sie vor dem Losfahren beantworten: um wie viel Uhr Sie kommen. Stehen Sie früh auf, und Sie haben die schönste Bucht des Südens fast für sich; kommen Sie im August am Vormittag, riskieren Sie einen geschlossenen Parkplatz und einen vollen Strand.
Unser Rat ist einfach: Behandeln Sie sie als Vormittagsplan, nicht als Mittagsplan. Fahren Sie früh los oder nehmen Sie den Bus, kommen Sie mit Picknick, hängen Sie zu Fuß Es Talaier oder Son Saura an — und gönnen Sie sich den Luxus, keine Eile zu haben. Turqueta belohnt genau das: den, der früh kommt, und den, der zu bleiben versteht.